
Borretschöl
Borretschöl enthält Gamma Linolensäure
Der Borretsch (Borago officinalis, auch Boretsch geschrieben) ist im späten Mittelalter aus dem Mittelmeerraum (wo er heute gerne auf Brachflächen wächst und blüht) nach Europa gekommen. Wegen der borstigen Behaarung der Pflanze gehen viele Autoren für die Namensgebung vom lateinischen „borra“ (rauhes Wollgewebe) aus.
Bekannt ist der Borretsch wegen des Gurkengeruchs und -geschmacks seiner Blätter als Gurkenkraut, wegen seiner schönen blauen Blüten als Blauhimmelsstern.
Die anspruchslose Pflanze ist einjährig, wächst krautig bis zu ca. 70 cm hoch und zeigt von Mai bis September leuchtend blaue Blüten.
Borretschöl in der Volksheilkunde
Volksheilkundlich spielen die Borretschblüten eine Rolle bei der Behandung von Fieber, Entzündungen der Atemwege und vieler anderer Erkrankungen und Symptome.
Das Kraut hat einen hohen Gehalt an Gerbstoffen und kam z.B. bei Durchfall zum Einsatz. Wegen des relativ hohen Gehaltes an Alkaloiden wird davon abgeraten.
Kaltgepresstes Borretschöl - keine Alkaloide
Heute eine größere Bedeutung hat das Borretschöl oder richtiger Borretschsamenöl. Dieses enthält die vorgenannten Alkaloide zumindest dann nicht, wenn es durch kalte Pressung gewonnen wurde. Borretschöl weist einen besonders hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren auf. Dabei enthält Borretschöl deutlich mehr Gamma Linolensäure als das bekanntere Nachtkerzneöl. Innerlich und äußerlich findet es Anwendung bei der Pflege besonders reizbarar und sensibeler Haut (auch z.B. bei Neurodermitis (siehe dort)).
Borretsch in der Küche
In der Küche ist Borretsch bekannt als Bestandteil der sog. „Grünen Soße“ (Regionalgericht besonders im Frankfurter Raum). Wegen des Gehaltes an – als lebertoxisch geltenden – Alkaloiden sollte regelmäßioger Verzehr vermieden werden. Wie oben angeführt gilt dies nicht für das aus den Samen der Pflanze gewonnen Borretschöl.
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