
Gammalinolensäure
Nicht mit der Linolsäure zu verwechseln ist die ebenfalls essentielle Fettsäure Gamma Linolensäure (GLS, im englischer Literatur als GLA bezeichnet, Acid = Säure, auch Gammalinolensäure oder Gamma-Linolensäure).
Wegen der Position der Doppelbindungen gehört sie zu den sog. Omega-6-Fettsäuren. Im Gegensatz zur Linolsäure ist sie jedoch 3-fach ungesättigt, verfügt also über drei Doppelbindungen.
Neben der Zufuhr aus der Nahrung wird die Gamma Linolensäure auch im Körper aus Linolsäure hergestellt. Dabei spielt ein Enzym mit dem Namen Delta-6-Desaturase eine wichtige Rolle.
Weil bei Neurodermitispatienten eine deutlich geringere Konzentration (bis zu 50%) an Gammalinolensäure gemessen wurde als bei Gesunden, und weil sie so eine bedeutende Rolle in der Haut spielt, begannen Medizin und Forschung, sich mit den möglichen Zusammenhängen zu befassen.
Um genügend Gammalinolensäure für Stoffwechsel und Haut bereitzustellen, müssen - unter ansonst gesunden Bedingungen - zwei Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Als Ausgangsprodukt für Gamma Linolensäure muss genügend Linolsäure zur Verfügung stehen. Da diese in den meisten natürlichen Fetten und Ölen vorkommt, ist das für die meisten Menschen kein Problem.
2. Es muss genügend Delta-6-Desaturase für die Umwandlung von Linolsäure in Gamma Linolensäure vorhanden sein. Nun kann bei vielen Neurodermitispatienten ein Mangel an diesem Enzym nachgewiesen werden.
Wenn das Enzym Delta-6-Desaturase den Engpass für die Bereitstellung von Gammalinolensäure darstellt, gibt es zwei Möglichkeiten, den Stoffwechsel im gewünschten Sinn zu beeinflussen:
1. Weil Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Fischölen) mit Omega-6-Fettsäuren um dieselben Enzyme konkurrieren, kann es für Menschen mit Hautproblemen sinnvoll sein, das Angebot an Omega-6-Fettsäuren möglichst hoch zu halten, um die Omega-3-Fettsäuren an den entscheidenden Stellen etwas zu verdrängen. Dies kann z.B. durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln geschehen, die relativ grosse Mengen an Linolsäure enthalten. Als Beispiel sei ein Gemisch aus Nachtkerzenöl und Borretschöl genannt.
2. Die zweite Möglichkeit besteht darin, den Enzymengpass durch direkte Zufuhr von Gammalinolensäure zu umgehen. Auch hier sei beispielhaft ein Gemisch aus Nachtkerzenöl und Borretschöl genannt.
Bei einem Verdacht auf Mangelerscheinungen durch fehlende Gammalinolensäure wird häufig die zusätzliche Einnahme von 400 bis 500 mg Gamma Linolensäure pro Tag über einen genügend langen Zeitraum vorgeschlagen.
Die FAZ beschrieb bereits im Jahr 2004 den Einsatz von Gammalinolensäure bei Entzündunge, Akne, Hautverbrennungen, zur Verzögerung der Hautalterung, bei Zyklusstörungen der Frau und auch bei neurologischen Störungen.
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